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MA-Studium Kunstgeschichte in Asien und im Orient an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn seit Oktober 2015

Unterschiedliche Wertesysteme

Die konservatorischen und restauratorischen Fragestellungen der mit ideellen Bedeutung aufgeladenen Sakralobjekte des tibetischen Kulturraums lassen mich seit 1995 nicht mehr los. Nach zwei Arbeitsaufenthalten (2002 Tibet, Kham, chin. Sichuan und 2013 Bhutan) sind mir die Wertsysteme und religiösen Prämissen zumindest in dem Punkt klarer geworden, dass sie anders sind als hier in Europa und Nordamerika. Ganz anders um genauer zu sein. Es gibt nicht einmal ein Wort für "Kunst" im Untersuchungsgebiet!

Aus meiner Motivation heraus, diese Wertsysteme und religiösen Kontexte besser zu verstehen und bei meiner Arbeit zu berücksichtigen, aber auch nach außen zu sensibilisieren, war und ist es für mich naheliegend, mich über ein Masterstudium der asiatischen Kunstgeschichte mit weiteren Schwerpunkten (Religionswissenschaft, Mongolistik und Tibetstudien, Regionalwissenschaften Südostasien, sowie Museologie innerhalb der europäischen Kunstgeschichte) dieser Thematik intensiver als es mir bisher über die Tätigkeit einer Einzelunternehmerin möglich ist, zu widmen.

Auf Augenhöhe mit Kulturen und dessen Wertesysteme

Ich hoffe, ab 2018 Antworten auf die Frage zu finden, wie Kulturzeugnisse, die in ihren Herkunftsländern von ungemein wichtiger Bedeutung für den Alltag und die Religionsausübung sind - ja ich möchte nach heutigem Wissensstand sagen, dass eine Trennung beider Bereiche gar nicht möglich ist und auch nicht sinnvoll erscheint - hier in westlichen Museums- /Ausstellungskontexten adäquat erlebt werden können: Etwas distanzierter zum ästhetischen Anspruch der meisten Museen hin zur Vermittlungsarbeit von Spiritualität bzw. Religiosität. Mir ist vollkommen klar, dass das Thema Religion gerade eher polarisiert und Unruhe schafft. Ich bin jedoch der klaren Überzeugung, dass der Übergang eines Objekts in neue Zusammenhänge, neue Eigentumsverhältnisse und Wertsysteme es keinesfalls rechtfertigt, die Prämissen der Herkunftsländer außen vor oder nach unserer vielleicht aus fehlendem bzw. falschem Verständnis heraus entstandenen Auffassung "modelliert" erscheinen zu lassen. Weg von zu erzielenden Besucherzahlen, eurozentristischen Standpunkten und Herrendenken. Museen haben einen Bildungsauftrag. Und dieser lautet für mich in einer globalisierten Weltgemeinschaft >SICH AUF AUGENHÖHE MIT KULTUREN BZW. KULTURELLEN WERTESYSTEMEN BEGEBEN<. Also auf Augenhöhe handhaben, präsentieren und vermitteln. Dabei möchte ich bewusst außer acht lassen, dass die Institution Museum als westliche Errungenschaft und von seiner geschichtlichen Entwicklung eher "elitär" und "profan" ist. Ich vielmehr das Potential der Verständigungsmöglichkeit und des globalen Miteinanders durch Museen für alle Menschen jeglicher Couleur sehe und zumindest in meinem Ansatz der Masterarbeit und geplanten Promotion herausarbeiten möchte! Eben durch adäquates Verstehen und der daraus eventuell resultierenden Bereitschaft, Verständnis für andere Wertsysteme zu entwicklen. Im Falle des tibetischen Kulturraums mit seiner gelebten Religion bedeutet dies für mich, den Anteil an Religiosität im profanen Museum bei der ästhetischen Präsentation zu erhöhen und möglichst mit dem Stellenwert zu vermitteln, die ich in Besuchen und Interviews der Herkunftsländer dieser Sakralobjekte verdeutlicht bekommen werde. Erlebbar soll es meines Dafürhaltens für diejenigen Besucher-innen sein, die sich dafür interessieren. Dank neuer Medien ist der individuelle Wiisenszugang heute sogar in ansprechender Weise möglich und bietet reichlich Möglichkeiten, dies umsetzbar zu machen.

 

Versicherungsfälle, Restaurierungsgutachten, Schadensdienstleistung

Bezeichnenderweise wird sich ein Untersuchungsschwerpunkt zu meiner Masterthesis auch mit geschichtlich gewachsenen Rußablagerungen auf Objektoberflächen beschäftigen, was meine Tätigkeit für Schadenssanierungsdienstleistern, den sog. Brand-/Wassersanierungsfirmen befruchtet.